Manche Kunstwerke wollen auf die Reise gehen und manchmal trifft man Reisende, die wie ein gerade begonnenes Kunstwerk sind.

Das Bild “o sensei ainda sem nome” entstand in einer Zeit, wo vieles mir nicht gelingen wollte und dann doch erfolgreich wurde – was nur leider zu diesem Zeitpunkt niemand wissen konnte. Das Bild: Eine Figur steht auf einer Bergspitze, die Nase im Wind und streckt ihre Arme aus. Was passieren wird und welche Entwicklung folgt, ist noch unklar.

Hans Menck ist wie ein frisches Kunstwerk, das gerade im Entstehen ist. Er trainiert die verschiedensten Kampfkünste gleichzeitig (Aikido, Bagua, Capoeira und am liebsten Freedom Style). Dabei verirren sich schillernde chinesische Drachen wie im Traum in brasilianische Urwälder um als hauchzarter japanischer Fächer wieder aufzuwachen. Alles das geschieht mit größtmöglicher Hingabe, oft im Freien bei Wind und Wetter! Training mit Hans dauert mindestens einen ganzen Nachmittag, unterbrochen höchstens von einem Kaiserschmarrn als Energizer.

Der Wechsel zwischen den Stilen ist für einen Künstler immer ein Risiko, sich zu verzetteln und birgt gleichzeitig die Chance, neue Einsichten zu gewinnen. Auch ich mag liebend gerne “zwischen den Welten wandern”, indem ich mir erlaube, Malerei und Kampfkunst als dieselbe Sache zu betrachten.

Nun sind beide gemeinsam auf Reisen: mein kleines Kunstwerk zusammen mit dem großen Hans nach Südafrika, wo neue Ideen entstehen werden. Ich wünsche den beiden erst mal viel Glück

Video “Bagua Waiter” aufgenommen in München, Herbst 2011

Website von Hans Menck
Freedom Fighting Arts

 


Wer Mitglied in einer Gemeinschaft von Capoeira-Spielern werden will, muss sich einer “Batizado” (Taufe) unterziehen. Der Neuling darf zeigen, dass er sich nun traut, mit den erfahrenen Capoeristas zu spielen. Der Mestre zeigt dem Neuling, dass er noch viel zu lernen hat, indem er ihn gekonnt durch eine Rasteira in den Staub wirft.

Als Belohnung für diese Mutprobe erhält der Spieler seinen Capoeira-Namen. Oft sind Tiere Taufpate wie z.B. Coelho (Kaninchen) oder Beja-Flor (Kolibri). Wer einen gefährlichen Namen wie “Crocodilo” oder “Leão” (Löwe)” erhält, darf sich schon als großer Krieger fühlen. Aber Vorsicht, manch einer muss sein Leben als Nudel (Spaghetti), Flasche (Garaffa) oder Bratwurst (Linguiça) fristen.

Bei meiner eigenen Batizado war der Name, der auf mich wartet das größte Mysterium. Ich hatte schon eine Vorahnung, dass es etwas mit Federn werden würde. Ich war mir sicher, ich nehme gerne alles an, nur bitte nicht “Galinha” (Huhn). Schließlich wurde ich eine ARARA, ein bunter Vogel (Ara) ähnlich bunt wie der Papagei. Es gibt sie in blau, rot und vielen anderen leuchtenden Farben. Wunderbar, das gefiel mir.

ARARA – ein Vogel, der etwas von Kunst versteht nehme ich gerne als mein “alter ego” an! Danke Mestre Saguin für diesen Namen.

 


Video: Troca de Corda in der Academia UNICAR


Wer glaubt nicht gern, die Welt, so wie sie uns gefällt, bliebe für immer bestehen. Ein Ort, den wir regelmäßig aufsuchen, obwohl wir wissen, dass es am Ende anders kommt. Gerade war es noch urgemütlich in unserem kleinen Aikido Dojo, kuschelig, erschwinglich und warm. Bis ein böses Einschreiben das jähe Ende setzte.

Verliert ein Künstler sein Atelier, hört er nicht auf Künstler zu sein. Statt den Malkasten einzumotten, sollte er umgehend sein Konzept verändern. Also packe ich in diesem Herbst mein Klappschwert (Reiseformat), Nossa Senhora (mein aktuelles Kunstwerk) sowie die Berimbau (Brasilianisches Musikinstrument) und verlege das Training auf die Dachterrasse.

Gäste sind herzlich willkommen! Ich freue mich schon auf den ersten Schnee!